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Freiham – Viel Dampf und eine runde Zahl

Seit Samstag, den 14. September ist es vollbracht. Die 150. S-Bahnhaltestelle in München ist eröffnet. Wenn in fünf bis zehn Jahren die ersten Bewohner in den neu entstehenden Stadtteil Freiham im Westen von München einziehen, dann ist die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel schon da. Bis heute wohnen in Freiham nämlich nur sehr wenige Menschen. Der neu zu bauende Stadtteil besteht auch erst zur Hälfte. Und diese südliche Hälfte ist ein Industriegebiet, mit ein wenig an das Bahngleis gequetschter Wohnbebauung, samt großem Ärtzezentrum das zeitgleich mit der S-Bahn eröffnet wurde. Ein lokales Anzeigenblatt nannte zur Eröffnung den neuen S-Bahn-Halt auf der Strecke der S-8 München-Herrsching daher einen Geisterbahnhof.

Das Gewerbegebiet ist durch Busse und seine direkte Lage an der Autobahn verkehrstechnisch gut angeschlossen. Ein großes Möbelhaus betreibt sogar einen eigenen Bus-Shuttle-Service von Pasing aus ohne Zwischenstopp direkt zum Einkaufsparadies in Freiham.  Bahnhof und Ärztezentrum sind barrierefrei zu erreichen, zumindest dem Zustrom von Patienten und Kunden aus dem ganzen Stadtgebiet steht damit nichts mehr im Wege. Dann ist es am neugebauten Bahnhof schon gar nicht mehr so geisterhaft.

Freiham-Nord auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs, das momentan noch ein Maisfeld ist,  soll im Endausbau Wohnungen für bis zu 20.000 Menschen bereitstellen, ein großes Schulzentrum soll ebenfalls entstehen. Da schadet es nicht, wenn der ÖPNV schon mal da ist.

Doch wie all der zusätzliche Verkehr in den kommenden Jahren durch den neuen Stadtteil zu bewältigen ist, steht eh in den Sternen. Eine Straßenbahn ist angedacht und manche träumen gar von einer U-Bahn. Das Planungsreferat geht noch immer von ausreichender Kapazität der Straßen aus, doch schon jetzt stehen die Hauptstraßen in und um Aubing sowie die A99 im Berufsverkehr vor dem Kollaps. Auch in der S-Bahn sollte man zu Stoßzeiten keine Berührungsängste haben. Es bleibt spannend, wohin sich die Verkehrspolitik im Münchner Westen entwickelt.

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