Broschüre zum Kongress „Lernendes Freiham“

Der Münchner Westen/Neuaubing war für viele Jahrzehnte meine Heimat. Die Entwicklung des neuen Stadtteils Freiham in der Nachbarschaft, beobachtete ich daher mit besonderem Interesse.

Die Ergebnisse des Kongresses „Lernendes Freiham“  habe ich in der Ausgabe 7/2019 des Freiham-Magazins zusammengefasst. Das Magazin ist als PDF online über den Link unten, oder als Printausgabe direkt über das Baureferat der Stadt zu zu beziehen. 

https://www.muenchen.de/rathaus/dam/jcr:e4a9a517-0f63-41a8-bf4a-8ec614d51ed6/2019_Freiham_Magazin_Ausgabe7.pdf

Freiham – zurück in die Zunkunft

Freiham – zurück in die Zunkunft

Noch existiert Freiham-Nord, der Stadtteil der in den kommenden Jahrzehnten am westlichen Rand Münchens 20.000 Menschen ein Zuhause geben soll, nur auf dem Reißbrett. Und auch dort nur in groben Zügen. Um die Wartezeit bis zur Fertigstellung des Stadtteils etwas abzukürzen und den Aubinger und Freihamer Bürgern schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das Kommende zu geben, hat das Planungsreferat der Stadt München vor kurzem einen Infopfad auf den Äckern angelegt, die in naher Zukunft dem Stadtteil weichen werden.

Dieser Infopfad hat es in sich. Zwar ist er leicht zu übersehen – die dünnen blauen Holzpfähle mit den angetackerten Informationstafeln sind inmitten der riesigen grünen Flächen schwer zu entdecken – doch wer sich die Mühe macht und mit festen Schuhen durch das mitunter matschige Erdreich stapft, erlebt eine kleine Überraschung.

Denn die Texte und Bilder auf den Tafeln berichten von einer Zeit, die erst noch kommt. Freiham 2033 steht dort beispielsweise auf einer Tafel geschrieben. Darauf berichtet  ein Kind aus dem Jahr 2033 von Omas Erzählungen, wie es an dieser Stelle an der heute das Schild steht, vor vielen Jahrzehnten ausgesehen hat.

Es erzählt vom Haus vom kauzigen Toni, das hier mitten auf dem Feld gestanden hat, an dem sie auf dem Weg zu Opa, der am Rand von Neuaubing wohnte,  immer vorbeigekommen sind. Jetzt, berichtet der (fiktive) Bub weiter, wo das Feld verschwunden und alles zugebaut und der Toni nicht mehr ist, wohnt hier der Joschi – im dritten Stock. Auch die Lollo wohnt im selben Haus und wie der kauzige Toni damals, bauen sie Gemüse an. Allerdings nicht mehr auf dem Boden, wie einst der Toni, sondern stattdessen auf dem Dach.

2013-10-06 14.32.33
Infotafel nördlich der Energiezentrale Freiham.

Nicht alle Tafeln auf dem Pfad, der sich vom Bahnhof Aubing im Osten bis zum neuen, betongrauen Freihamer Bahnhof im Süden zieht, beherbergen solche Geschichten. Auf manchen wird nur ganz klassisch und bisweilen langweilig informiert, zum Beispiel über archäologische Untersuchungen auf dem Gelände.

Aber richtig interessant und unterhaltsam wird es, wenn der Blick in die Zukunft nicht allzu trocken ausfällt und die Fantasie kleine Freudensprünge macht, über das was da noch alles kommen mag. Denn das ganze Leben ist Veränderung – und manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn dabei kein Stein auf dem anderen bleibt.

 

 

 

Freiham – Viel Dampf und eine runde Zahl

Historische Lok im Bahnhof Freiham

Seit Samstag, den 14. September ist es vollbracht. Die 150. S-Bahnhaltestelle in München ist eröffnet. Wenn in fünf bis zehn Jahren die ersten Bewohner in den neu entstehenden Stadtteil Freiham im Westen von München einziehen, dann ist die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel schon da. Bis heute wohnen in Freiham nämlich nur sehr wenige Menschen. Der neu zu bauende Stadtteil besteht auch erst zur Hälfte. Und diese südliche Hälfte ist ein Industriegebiet, mit ein wenig an das Bahngleis gequetschter Wohnbebauung, samt großem Ärtzezentrum das zeitgleich mit der S-Bahn eröffnet wurde. Ein lokales Anzeigenblatt nannte zur Eröffnung den neuen S-Bahn-Halt auf der Strecke der S-8 München-Herrsching daher einen Geisterbahnhof.

Das Gewerbegebiet ist durch Busse und seine direkte Lage an der Autobahn verkehrstechnisch gut angeschlossen. Ein großes Möbelhaus betreibt sogar einen eigenen Bus-Shuttle-Service von Pasing aus ohne Zwischenstopp direkt zum Einkaufsparadies in Freiham.  Bahnhof und Ärztezentrum sind barrierefrei zu erreichen, zumindest dem Zustrom von Patienten und Kunden aus dem ganzen Stadtgebiet steht damit nichts mehr im Wege. Dann ist es am neugebauten Bahnhof schon gar nicht mehr so geisterhaft.

Freiham-Nord auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs, das momentan noch ein Maisfeld ist,  soll im Endausbau Wohnungen für bis zu 20.000 Menschen bereitstellen, ein großes Schulzentrum soll ebenfalls entstehen. Da schadet es nicht, wenn der ÖPNV schon mal da ist.

Doch wie all der zusätzliche Verkehr in den kommenden Jahren durch den neuen Stadtteil zu bewältigen ist, steht eh in den Sternen. Eine Straßenbahn ist angedacht und manche träumen gar von einer U-Bahn. Das Planungsreferat geht noch immer von ausreichender Kapazität der Straßen aus, doch schon jetzt stehen die Hauptstraßen in und um Aubing sowie die A99 im Berufsverkehr vor dem Kollaps. Auch in der S-Bahn sollte man zu Stoßzeiten keine Berührungsängste haben. Es bleibt spannend, wohin sich die Verkehrspolitik im Münchner Westen entwickelt.